Das Lymphödem ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Gewebes als Folge einer Schädigung des Lymphsystems (initiale Lymphgefäße, Präkollektoren, Lymphkollektoren, Lymphstämme und/oder Lymphknoten).
Es handelt sich um eine vermehrte Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe.
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten des Lymphödems:
Primäres Lymphödem:
Das primäre Lymphödem geht auf eine genetische Ursache zurück, d.h. eine Fehlbildung liegt bereits bei der Geburt vor.
Mögliche Ursachen sind fehlende oder mangelhafte Ausbildung von Teilen des Lymphsystems.
Sekundäres Lymphödem:
Das sekundäre Lymphödem kann aufgrund verschiedener Erkrankungen oder Verletzungen entstehen.
Zu den Ursachen zählen:
• Operative Eingriffe
• Lymphknotenentfernung
• Bestrahlung
• Maligne Prozesse
• Traumatisch (Stauchung, Zerrung)
• Posttraumatisch (Narben)
• Parasitäre Erkrankungen
• Fortgeschrittene Stadien der Chronisch Venösen Insuffizienz (CVI)
Abgrenzung gegen andere Formen des Ödems
Ödeme (Schwellung des Zwischenzellraumes) sind die Folge vermehrter Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe. Sie können als Begleitsymptome von vielen Erkrankungen auftreten, wie Herz-, Niere-, Leber- oder hormonell bedingte Erkrankungen, auch durch Infektionen oder als medikamentöse Nebenwirkung. Diese Ödeme sollten aber nicht mit Lymphödemen, deren Ursache eine Erkrankung des Lymphsystems ist, verwechselt werden.
Es ist ratsam, bei Verdacht auf ein Ödem sofort einen Spezialisten aufzusuchen, denn frühzeitige Diagnose und rascher Behandlungsbeginn verbessert den Verlauf und kann schwere Verlaufsformen verhindern.
Stadium 0 ( subklinisches Stadium)
Bekannte Schädigung des Lymphsystems (patologisches Lymphszintigramm) ,kein Ödem sichtbar.
Stadium I (spontan reversibel)
Ödem von weicher Konsistenz. Bildet sich durch Hochlagerung der Gliedmaßen zurück.
Stadium II (nicht spontan reversibel)
Ödeme mit sekundären Gewebsveränderungen (Erhärtung des Bindegewebes). Keine Rückbildung bei Hochlagerung.
Stadium III
Deformierende harte Schwellung, typische Hautveränderungen (warzenförmige Wucherungen, häufig Lymphzysten, rot-livide Verfärbung der Haut). Durch Schwellung ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt. Eine erfolgreiche Therapie in der Entstauungsphase I ist in der Regel nur in stationärer Behandlung möglich.